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Testbericht 120d
Cabrio
by Olliver, ZZZZ_Rider, sixi06
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Von seinem
gelungen Äußerem beeindruckt, steigt es sich gut ein in das vorne
geräumige Cabrio. Die Platzverhältnisse dort sind ordentlich, auch
größere Personen finden genügend Bein- und Kopffreiheit. Die Ergonomie
der Bedienung ist 1er like, also unkompliziert und für Jedermann
verständlich. Nicht so sehr überzeugen konnten die Teils recht zahlreich
verwendeten Hartplastik-Materialien. Noch seltsamer erscheint das
Lederlenkrad. Durch seine Griffigkeit betörend stört am oberen und
unteren Kranz eine Kunststoffschaum, der zudem empfindlich ist gegen
Fingernägel. So betrachtet müßte das Lenkrad eigentlich Halblederlenkrad
heißen. Daß man dafür bis zu stolze 390,- Aufpreis zahlen muß grenzt an
schon deutlich an schottischer Mentalität und ausgefeilter
Marketingironie. Da erwartet man von BMW etwas anderes.
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Sehr positiv aufgefallen sind die
optionalen Ledersitze, die zum einen sehr bequem, aber eben auch sehr
guten Seitenhalt und Langstrecken-Komfort bieten. Dazu paßt das
sportlich bequeme Fahrwerk, mit dem man auch mal beherzter Kurven
einschlagen kann. Durch den Charakter des Autos schlägt man aber eher
eine souveräne Fahrweise, denn eine extrem sportliche ein.
Dieser souveräne Charakter findet
sich auch beim bewährten 2.0l Diesel mit 177PS wieder. Er begeistert mit
flottem Durchzug auch bis in höhere Drehzahlen. Ab 4500/min schnürt sich
der Motor dann zu, ab 4800/min wird jeder auch noch so gegen
Motorsignale immune Fahrer ob der arg zunehmenden Zähigkeit zum
Schaltheben greifen. Theoretisch würde der Motor ab 5000/min den
Drehzahlbegrenzer aktivieren, in der Praxis wird er wahrscheinlich nicht
aktiv werden. Der Durchzug im 6.Gang ist geprägt von der langen
Übersetzung, da sich das Getriebe gut schalten läßt ist das eher kein
Manko.
Die Beschleunigung des Fahrzeugs ist
gut, verspricht aber auf dem Papier mehr Sportlichkeit. Ab etwa 1200/min
zieht der Motor ordentlich an. Auch im 6. Gang bei 1000/min kann man das
Gaspedal betätigen. Wunder darf man dabei nicht erwarten, aber die
Laufkultur ist dort für einen 4 Zylinder Diesel sehr lobenswert.
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Das Triebwerk besticht insgesamt eher
durch Unauffälligkeiten. Das gilt auch für die Geräuschkulisse. Diese
ist gerade für einen Diesel erfreulich leise. Auch beim Verbrauch zeigt
sich eine lobenswerte Zurückhaltung, auch wenn der angegebene
Durchschnittsverbrauch von 5,1 l pro 100 km in der Praxis schwer zu
erreichen sein werden. Das liegt zum einen daran, daß man schon ganz
gerne mal den Durchzug erleben möchte, zum anderen scheint die
gepriesenen Start-Stop-Automatik zumindest im Winter nicht aktiv zu
sein. So läßt sich dann trotz Werbung an der Ampel eher weniger sparen.
Verbräuche um die 7 Liter scheinen realistischer.
Sparsam sind die Ingenieure
offensichtlich bei der Raumverteilung im Fond gewesen. Personen die
wesentlich größer als 1,60 m sind, werden es schwer haben bequem zu
sitzen. Das liegt weniger an der etwas knappen Kopffreiheit als vielmehr
daran, daß man von dem geschwungenen Design der Bordwände in eine
schiefe Sitzhaltung gezwungen wird, die nicht sonderlich
wirbelsäulenschonend ist.
Daß die Knie dabei
Schwierigkeiten haben einen Platz zwischen Vorder- und Hintersitz zu
finden scheint für ein Cabrio dieser Klasse verständlich, ist aber
letztlich in der gebotenen Gesamt-performance schon enttäuschend.
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Das gilt in abgeschwächter Form auch
für den Kofferraum. Es paßt schon etwas herein, aber bei geöffnetem Dach
scheint ein Roadster mit Stoffdach aus gleichem Hause auch nicht viel
weniger zu bieten. Für einen Umzug ist dieses Auto ohnehin nicht ratsam,
aber für die längere Urlaubsreise zu zweit durch die Toskana, wird man
sicherlich die Rücksitzbank für diverse Gepäckstücke zweckentfremden.
Generell hat man
nach hinten beim 1er Cabrio eher Schwierigkeiten als Lust. Dies gilt
sowohl für die Rücksicht beim Einparken, welche schlichtweg überhaupt
nicht vorhanden ist. Fondpassagiere erzählten, nicht mal von deren Platz
aus. Sowie die hintere breite C-Säule raubt einem in gewissen
Abbiegesituation relativ viel Sicht nach schräg hinten. Somit ist das
Fahrzeug ohne PDC schlichtweg nicht einzuparken. Für die breite C-Säule
empfiehlt sich ein rechtzeitiger Blick in die guten Rückspiegel.
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Kommen wir zum Schluß zu einem Thema,
was sicherlich kein eigentliches Problems des Autos ist, aber durch die
BMW Politik zumindest nahe dran kommt. Uns ist aufgefallen, daß bei
etwas schärferen Bremsen vor einer Ampel in der Stadt das ABS
angesprochen hat. Das ist insofern löblich, da man dadurch sofort weiß,
daß in diesem Auto alle möglichen elektronischen Helfer zur Sicherheit
beitragen. Die elektronischen schon – aber sorry BMW, die Runflatreifen
sind und bleiben Performancekiller. Diese Reifen werden nicht warm,
bauen keinen guten Grip auf und mal ganz ehrlich, für den seltenen Fall
eines Plattfußes im Vergleich zu einem sicherlich häufiger auftretendem
scharfen Bremsen haben offenkundig einige Leute nicht verstanden, was
wirklich wichtig ist: kurzer Bremsweg. Mit den RFT's ein eher trübes
Bild.
Ansonsten versprüht das Auto viel
Glanz und Fahrfreude, auch und gerade für längere Strecken oder schöne
Landstraßen. Die Rückbank taugen eher für kleine oder eben keine
Mitfahrer. Der Einstiegspreis für diese Motorvariante liegt mit fast
34.000,- ziemlich hoch. In der kleinsten Motorisierung sind immerhin
noch knapp 29.000,- fällig.
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Bewertungstabelle 120d Cabrio |
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Platzangebot Front |
8 |
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Platzangebot Hinten |
3 |
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Kofferraum |
4 |
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Kopffreiheit vorn |
9 |
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Kopffreiheit hinten |
4 |
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Verarbeitung |
7 |
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Innengeräusch |
8 |
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Außengeräusch |
8 |
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Fahrgefühl |
7 |
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Fahrwerk Abstimmung |
8 |
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Fahrwerk Lastwechsel |
7 |
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Bremsen kalt |
7 |
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Bremsen warm |
7 |
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Beschleunigung |
6 |
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Durchzug |
5 |
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Verbrauch |
7 |
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Grundpreis |
6 |
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Aufpreisliste |
5 |
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Schaltung |
8 |
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Punkte Gesamt |
124 von max. 190 |
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